Wechselwirkung Medikamente

Wenn Arzneimittel zur Bedrohung werden
Die Medizin hat in den letzten Jahren Erstaunliches geleistet. Neue Forschungsergebnisse bringen immer neue Medikamente auf den Markt, die Linderung oder Heilung versprechen. Durch die Flut an neuen, zugelassenen Medikamenten ist es schwierig für einen Arzt oder Apotheker, einen genauen Überblick zu behalten. Beipackzettel können ein Hilfsmittel sein, jedoch muss man hier genau abwägen, welche Medikamente man welchem Patienten verschreiben kann. Denn hier kann die so genannte Wechselwirkung einsetzen. Doch nicht nur zwischen Medikamenten kann diese Arzneimittel-Wechselwirkung auftreten, es kann auch bei gleichzeitiger Einnahme von bestimmten Lebensmitteln oder Alkohol zu großen Komplikationen führen. Menschen, die viele Medikamente einnehmen, müssen deswegen einiges dazu beachten.

Arzneimittel-Wechselwirkungen
Oftmals erfordert eine Heilung die Einnahme von mehreren Medikamenten (z.B. Antibiotikum und Schmerzmittel oder Grippemittel und Blutdruck-Medikamente). Wenn sich nun zwei Medikamente direkt beeinflussen, spricht man von einer Arzneimittel-Wechselwirkung. Dabei können die Medikamente ihre Wirkungen (und Nebenwirkungen) verstärken oder aber auch abschwächen. Das Resultat ist eine Über- bzw. Unterdosierung, welches beides für den Patienten lebensbedrohlich werden kann.

Wie die Arzneimittel-Wechselwirkung funktioniert
Enzyme in der Leber bauen die Arzneimittel nach und nach ab. Hier gibt es 2 Faktoren die zu beachten sind.

1. Gehemmter Abbau
Das eine Medikament hemmt das Enzym beim Abbau des anderen Medikaments, deswegen hat das 2. Medikament eine viel höhere Konzentration im Blut. Nun können Nebenwirkungen verstärkt auftreten bis hin zu Vergiftungen.

2. Schneller Abbau
Hier erhöht das erste Medikament die Menge des Enzyms, welches für den Abbau des zweiten Medikaments verantwortlich ist. So kann das zweite Medikament nicht wirken.

Wechselwirkung von Lebensmitteln und Medikamenten
Medikamente sollten grundsätzlich nur mit Wasser eingenommen werden. Wasser erzeugt keinerlei Nebenwirkung. Milch und Säfte sind hier schon Risikofaktoren. Medikamente reagieren auf diese Flüssigkeiten.

Irreführende Beipackzettel
Oftmals steht auf dem Beipackzettel, dass das Arzneimittel vor oder nach dem Essen einzunehmen ist. Hier kommt es auf das Medikament an. Sollte das Medikament "magensaftresistent" sein, wirken diese Arzneimittel am besten auf leerem Magen, d.h. mindestens 2 Std. vorher oder eine Stunde nach der Mahlzeit. Auch hier ist es durchaus möglich, dass Lebensmittel die Wirkung der Medikamente verzögern oder sogar unwirksam machen. Andere Medikamente wirken am besten wenn sie mit einer Mahlzeit eingenommen werden. Der Körper kann den Wirkstoff des Medikaments besser aufnehmen. Welche Arzneimittel mit welchen anderen Mitteln zusammenwirken, kann man hier bei Versandapo nachlesen.

Wechselwirkung von Alkohol und Medikamenten
Grundsätzlich sollte jeder wissen: Wer Medikamente einnimmt, sollte gänzlich auf Alkohol verzichten. Hier gibt es zwei Risikofaktoren:

Manche Medikamente und Alkohol werden beide auf dieselbe Art in der Leber abgebaut. Durch den Abbau von Alkohol ist die Leber schon so sehr beschäftigt, dass der Arzneistoff ungehindert im Körper kreist und nicht ausgeschieden werden kann. Hier kann es zu Vergiftungen kommen.

Die zweite Gruppe von Medikamenten wirken an denselben Stellen des Körpers wie Alkohol. Hier werden die Wirkungen und Nebenwirkungen massiv verstärkt. Diese Medikamente umfassen Schlafmittel und Beruhigungsmittel, Psychopharmaka und Anti-Depressiva. Eine Nebenwirkung des Alkohols ist die Erweiterung der Blutgefäße und die Senkung des Blutdrucks. Nimmt man hier Arzneimittel gegen Bluthochdruck zusätzlich zum Alkohol ein, kann dies sogar zum Tod führen.

Zudem sollte man wissen, dass durchaus auch rezeptfreie Arzneimittel, Vitamintabletten, Tees und andere Stärkungsmittel Wechselwirkungen verursachen können. Ausführliche Informationen sind hier unumgänglich.